Am 14.04.2026 wurde im Abraum der Freilegung des unteren Mundlochs beziehungsweise Stolleneingangs „König David“ im Heimbergschen Tal bei Wolfshagen im Harz ein besonderes Artefakt gefunden: eine braune Kugel.
Soweit messbar, handelt es sich um eine abgeflachte rote Kugel mit einem Durchmesser im Äquatorbereich von 42 bis 44 Millimetern und einer Abflachung von etwa 38 Millimetern. Das Gewicht beträgt 150,07 Gramm. Das Volumen wurde über eine Differenzmessung mit etwa 40 Millilitern angegeben, errechnet aus dem Mittelwert der Durchmesser mit 35,2 Millilitern.
Das spezifische Gewicht liegt nach den Messdaten bei etwa 3,8g/cm3, errechnet bei 4,3g/cm3.
Bei der Betrachtung fällt im Äquatorbereich eine deutliche Trennlinie auf, die auf ein Gussteil schließen lässt. Das spezifische Gewicht gibt jedoch keine eindeutige Aussage darüber, um welches Material es sich handelt. Der Kern ist auf jeden Fall aus Metall. Von der äußeren Farbe deutet alles auf Rost, also Eisen, hin. Ausgehend von einem spezifischen Gewicht von 7,2 g/cm3 für Grauguss beziehungsweise Gusseisen müsste die Kugel hohl sein oder viele Fremdeinschlüsse, etwa Kohlenstoff, enthalten. Das wiederum deutet auf eine Herstellung im Rennofen hin.
Über den ursprünglichen Verwendungszweck der Kugel kann bislang nur spekuliert werden. Spontan denkt man an eine Kanonenkugel, doch ein solcher Fund im Heimbergschen Tal erscheint fraglich. Eher tendiert Udo Paul zu einem Probeguss aus im Rennofen hergestelltem Eisen mit anschließender Bearbeitung durch Austreiben der restlichen Kohle. Vielleicht wissen Fachleute mehr.